Weihnachten in.....

Deutschland Niederlande Skandinavien Irland
England Frankreich Portugal Spanien
Italien Griechenland Russland Amerika
Kanada Australien    

 

  Deutschland

In Deutschland wird am 24. Dezember morgens der Weihnachtsbaum geschmückt. Am Abend gibt es für alle Geschenke. Am späten Abend, mancherorts auch erst um Mitternacht, gehen die Gläubigen dann in die Christmette.

nach oben

  Niederlande und Flandern

In den Niederlanden und Flandern dreht sich alles um Sinterklaas und seinen Diener, den "zwarte Piet". Der Sinterklaas erreicht schon Ende November die Niederlande mit einem Schiff. Da der Sinterklaas schon nach seiner Ankunft anfängt Geschenke zu verteilen, hängen die Kinder schon ab Ende November ihre Strümpfe an den Kamin und stellen einen Schuh davor. Zusätzlich legen sie eine Mohrrübe oder Heu für das Pferd des Sinterklaas. Sinterklaas bringt Pfefferkuchen, Spekulatius und Schokoladen-Buchstaben. Am Nikolausabend beschenken sich die Menschen gegenseitig. Dabei ist es Sitte, die Anfangsbuchstaben des Namens in Form großer Schokoladenbuchstaben zu verschenken.

Einen ganz besonderen Empfang bereiten die Amsterdamer dem Heiligen. Vom Hafen zieht eine große Prozession zum Königspalast, wo der Heilige von Königin Beatrix empfangen wird.

nach oben

  Skandinavien

Das Julfest ist Tradition in Skandinavien. Es entstammt alten Ernte- und Mittwinter-Bräuchen, bei denen Julbrot gebacken, Julbier gebraut und Julstroh in der Julstube verstreut wurde.  Neben Christbaum und Weihnachtsmann werden Stroh (Julstroh) und Ähren von allen Familienmitgliedern gemeinsam eingeholt und auf dem Boden ausgelegt. Es wird gemeinsam im Stroh übernachtet und auch am nächsten Morgen im Stroh gefrühstückt. So erinnert das Weihnachtsfest eher an das Erntedankfest.

 Typisch finnisch: das gemeinschaftliche Saunabad am 24. und "gebackener Schwede", das Festtagsgericht aus Schweinefleisch. Das Julfest endet am 13. Januar mit einem zünftigen Gelage.

Einer der wichtigsten Weihnachtstage in Schweden ist der 13. Dezember - der Tag der Heiligen Lucia. Sie bringt Licht ins Dunkel. Am Morgen des Lucia-Tages geht die älteste Tochter des Hauses als Heilige verkleidet durchs Haus und weckt die Familie. Dazu verteilt sie Lucia-Gebäck.

Wer hat nicht schon vom Brauch des Julklapp gehört: ein in viele Hüllen verpacktes Geschenk wird in den Raum geworfen und man ruft Julklapp, Julklapp!! Weniger der materielle Wert des Geschenkes ist von Bedeutung, als viel mehr der persönliche Bezug zum Beschenkten.

Zum "Julfest" an Weihnachten kommt auch hier der Weihnachtsmann, aber auch Julgeiß und Julbock gehören zum Fest. Wie das opulente Menü bis zu 38 Gängen! Bei dem auch die "Julkorv", eine besondere Bratwurst, serviert wird. Sie hat so große Bedeutung, dass sich auch Königin Silvia und ihre Familie dabei selbst an den Herd stellen.

nach oben

  Irland

Als Einladung für die Obdachlosen werden in Irland Kerzen in die Fenster gestellt. Dieser Brauch soll auch an Maria und Josef erinnern, die keine Unterkunft fanden.

nach oben

  England

In England kommt Plumpudding auf den Tisch und natürlich "Gregor", der typische britische mit Brot und Hackgemisch oder sauren Äpfeln und Backpflaumen gefüllte Turkey. Dieses Festmahl am 25. Dezember dauert mehrere Stunden. Gegen 15 Uhr versammelt sich die Familie dann vor dem Fernseher. Um der 10minütigen Ansprache der Queen ans Commonwealth zu lauschen. 

Auf die Geschenke müssen die Kinder allerdings bis zum Morgen des 25. Dezember warten. Am Heiligabend hängen sie ihre Strümpfe auf. Wenn alles schläft, steigt Santa Claus durch den Schornstein ins Haus und füllt die Strümpfe der Kinder mit Geschenken. Alle Räume werden mit Misteln, Stechpalmen, Lorbeer und bunten Girlanden geschmückt. Außer dem meist künstlichen Tannenbaum gehören farbige Girlanden, Papierhüte und Knallbonbons zu dem eher lauten und bunten als besinnlichen britischen Weihnachtsfest. 

Der Nachwuchs geht zu "Pantomimen" - tumultartigen Märchen-Aufführungen. 

England hat mit dem Mistelzweig eine Besonderheit. Mistelzweige sind Symbole für Frieden und Versöhnung. In England werden diese Zweige in Türrahmen aufgehangen. Wenn sich zwei Menschen unter einem Mistelzweig begegnen, müssen sie sich küssen. (Diese Zweige gibt es auch bei uns zu kaufen !)

Am 6. Januar klingelt "Mari Lwyd" an den Haustüren und stellt Rätsel. Wer die Antwort nicht weiß, wird von ihr gebissen (!!!) und muß die weißvermummte Gestalt verköstigen. 

Noch ein englischer Brauch: Frauen die an der Mitwirkung des Weihnachtspuddings helfen werfen eine Münze in die Puddingsmasse. Wer dann Weihnachten in seinem Pudding eine Münze findet, soll im nächsten Jahr Reichtümer erwerben und mächtig viel Glück haben. Das gilt natürlich nicht für die, die die Münze verschlucken und bei denen die Münze im Hals steckenbleibt.

nach oben

  Frankreich

"Le Reveillon", der Weihnachtsschmaus, ist der Höhepunkt des französischen Festes. Parade- Dessert: "Buche de Noel", eine Schokoladen- Biskuitrolle. An der Mitternachtsmesse nimmt die gesamte Familie teil. Während dann niemand im Haus ist, kommt der Weihnachtsmann "Père Noel", wie er hier heißt, sucht das Wohnzimmer mit der Krippe. Dort haben die Kinder ihre frisch geputzten Schuhe aufgestellt. In jedes Paar schiebt Père Noel seine Geschenke. Auch in Frankreich lieferte früher Saint Nicolas seine Geschenke am 6. Dezember ab. Die Zeiten haben sich geändert. Nicolas hat abgedankt. 

Der Heilige Abend wird alles andere als besinnlich gefeiert. Es ist ein normaler Arbeitstag, der mit einem großen Essen in schillernd bunt dekorierten Restaurants und ausgelassenem Tanzen ausklingt. Festlich wird's erst am 25. Dezember. Dann werden auch die traditionelle "Foie Gras" (Gänsestopfleber) und der "Buche de Noel", ein Kuchen mit Buttercreme in der Form eines abgesägten Baumstammes, serviert.

Im Elsaß, wo 1605 der Weihnachtsbaum erfunden wurde, wird das Christkind von dem bösen Hans Trapp begleitet. Im 16. Jahrhundert war Hans Hofmarschall beim Kurfürsten von der Pfalz.

nach oben

  Portugal

Weihnachten ist in Portugal das bedeutendste Fest des Jahres. Es wird in der Großfamilie auf dem Land gemeinsam mit den Nachbarn gefeiert. In den ländlichen Regionen Portugals hat sich eine jahrhundertealte Tradition gehalten: der "Madeiro", der Holzstoß. An einem Samstag im Dezember wird Holz von Eschen, Kastanien und Eichen vor der Dorfkirche aufgeschichtet und Heiligabend entzündet, damit sich die Menschen nach der Mitternachtsmesse wärmen können. In manchen Gegenden geht man von Tür zu Tür, spielt Akkordeon, Querflöte, Gitarre oder Mandoline und singt Lieder zur Geburt des Christuskindes. Zur Mitternachtsmesse bringen die Menschen ländliche Produkte als Geschenk für das Christuskind mit. Sie legen sie vor die Krippe. Nach der Messe trifft sich die ganze Familie zum Weihnachtsfestmahl: Stockfisch, Kürbiskrapfen oder mit Zucker und Zimt bestäubte und überbratenen Weißbrotscheiben, Brotteigkrapfen, die gerade aus der Pfanne kommen, und ein Getränk, das aus Wein mit Honigrosinen und Zimt besteht.

nach oben

  Spanien

Die Adventszeit verläuft in Spanien sehr ruhig, dafür gibt es in der Zeit zwischen dem 24 Dezember und dem 6. Januar verschiedene Feste, die sehr unterschiedlich begangen wer- den. Zu den traditionellen Weihnachtsbräuchen gehört das Erscheinen des Olentzero (des Köhlers), der aus den Bergen ins Dorf kommt. Er wird von den Einwohnern des Dorfes auf den Schultern getragen. Weit verbreitet sind auch die Weihnachtsaufführungen, wie z.B. der von Herodes angeordneten Kindermordes und das Fest der Messdiener (Fiesta de Locosy Obissi Mos), bei dem ein Junge ausgewählt wird, der sich als Bischof verkleidet. In der Zeit vom 30. Dezember bis zum 1. Januar findet die Fiesta de la Coretta statt. Bei diesem Fest wird Brennholz gesammelt und eine Kiefer gefällt. Diese wird dann geschmückt in den Ort getragen und gesegnet. Ein weiterer Höhepunkt ist das Dreikönigsfest (Dia de los Reges). Es wird ein biblisches Spiel (Corderados) aufgeführt, und es gibt einen Umzug (Cabalgota de Reges). Die Bescherung findet am 6. Januar statt.

nach oben

  Italien

Nicht der Weihnachtsbaum sondern prächtig geschmückte Krippen stehen im Mittelpunkt der italienischen Weihnacht. Alle Nachbarn wetteifern um die schönste "Presepio". Heilig Abend findet eine Art Familien-Lotterie statt. Jeder zieht aus einem Säckchen die Nummer seines Geschenks. 

In Italien beginnt das Weihnachtsfest sechs Tage vor Heiligabend und endet am 6. Januar (Heilige Drei Könige). Die Krippe ist das bedeutendste Symbol. Das Fasten beginnt 24 Stunden vor Heiligabend. Am Heiligabend findet keine Bescherung statt, sondern erst am 6. Januar.

In Italien werden um die Weihnachtszeit verschiedene Feste gefeiert. Am 6.Dezember kommt San Nicola, am 13. Dezember beschenkt Santa Lucia die Kleinen, am 25.Dezember wird Il Bambinello Gesu (Christkind) überall in Italien gefeiert, und am 6. Januar freuen sich alle Kinder auf La Befana (die gute Hexe). 

Am 6. Dezember finden die Kinder die Geschenke von San Nicola vor der Tür des Schlafzimmers. San Nicola ist nicht wie in Deutschland als Bischof gekleidet und besucht auch nicht die Kinder in den Familien. 

Santa Lucia lebte nur in der Phantasie und im Herzen der Kinder. Die Heilige Lucia wurde im Jahre 281 in Sizilien geboren, sie vermachte ihr ganzes Vermögen an die Armen. Noch heute wird an dem Tag "Torrone di poveri," eine Mahlzeit für die Armen vorbereitet. Sie besteht aus Kichererbsen, die mit Zucker gekocht werden, bis daraus eine feste Masse entsteht. 

Am 25. Dezember kommt dann endlich Il Bambinello Gesu (das Jesuskind), meist früh am Morgen. Wenn die Kinder aufstehen, finden sie ihre Geschenke vor der Tür des Schlafzimmers oder unter dem Tannenbaum neben der Krippe. Verschiedene Formen von Fest und Feier haben sich in den Regionen Italiens eingebürgert. In manchen Gegenden wird ein Olivenbaum gefällt und für das Feuer im Kamin bereit gehalten. In Rom und Neapel tragen die Kinder einen großen Stern aus Pappe über einer kleinen beleuchteten Krippe von Haus zu Haus. Die wohl berühmteste Krippe ist in Rom, das Santo Bambino 

Und am 6. Januar kommt La Befana, die gute alte Hexenfigur der italienischen Kinder. Am Abend stellen die Kinder die Schuhe vor die Tür oder hängen ihre Strümpfe vor den Kamin. La Befana fliegt von Dach zu Dach und durch die Schornsteine ins Haus hinein: Für die artigen Kinder hinterlässt sie Süßigkeiten, für die unartigen schwarze kohlen. La Befana sollte sich der Legende nach nicht schnell genug auf den weg zur Krippe gemacht haben und verpasste den Stern. Seit dem irrt sie auf der Welt nach der Suche nach dem Christkind. Sie hinterlässt in jedem Haus ihre Geschenke, in der Hoffnung, dort das Christkind zu finden. 

nach oben

  Griechenland

In Griechenland ziehen am 24. Dezember Kinder mit Trommeln und Glocken durch die Straßen, singen die Kalanda (Lobgesänge, die Glück bringen sollen) und bekommen dafür kleine Geschenke. 12 Nächte lang werden dann Weihnachtsfeuer zum Schutz vor den Kalikanzari (Kobolden) entzündet. In der Nacht zum 1. Januar legt der heilige Vassilius die Geschenke für die Kinder vor ihr Bett. Für die Familie gibt es an diesem Tag einen Kuchen, in den eine Goldmünze eingebacken wird. Dem Glücklichen, der sie in seinem Stück findet, dem soll ein glückliches Jahr beschert sein. Höhepunkt des Weihnachtsfestes ist Epiphania am 6. Januar. 

nach oben

  Russland

Wegen des julianischen Kalenders bringt Väterchen Frost den Kindern in Rußland erst am 31. Dezember die Geschenke. Dazu gibt es Kuchen, die mit vielen Herzen verziert sind. Für jedes Herz soll ein Traum in Erfüllung gehen.. Er wird von einem Mädchen, der Schneeflocke, und einem Jungen, Neujahr, begleitet. Am 11. Januar, in Rußland Neujahr, endet die Weihnachtszeit.

nach oben

  Amerika

"Happy Xmas" - der lässige Spruch der Amerikaner hat einen tieferen Sinn. Das "X" ist der Anfangsbuchstabe der griechischen Schreibweise von Christus. Dank der vielen Auswanderer ist Weihnachten in den USA ein multikulturelles Treiben mit Dutzenden aus Europa importierten Bräuchen. Einmalig sind jedoch die gigantischen Christmas-Paraden. Bunt gemischt wie die Bevölkerung in den USA ist auch das Brauchtum. Überall aber bringt der Santa Claus mit seinem Rentierschlitten die Geschenke in der Nacht auf den 25. Dezember. Für die Tiere stellen die Kinder am Weihnachtsabend Milch und Kekse bereit. Ein Muss sind beleuchtete Vorgärten und der Truthahn für das Fest.

Ein besonderer Tag ist in der USA der Pilgertag am 21. Dezember. Die glückliche Landung der Pilgerväter wird mit einem Gericht gefeiert, in dem sich damals neuen unbekannten Zutaten wiederfinden, die der ersten Generation der späteren Amerikaner das Leben gerettet haben.

nach oben

  Kanada

Die kanadische Weihnacht ist wiederum eine Mixtur aus europäischen und amerikanischen Traditionen. Weihnachtsbaum, Truthahn-Festessen und Julklapp am Heiligabend stammen aus Frankreich, England und Skandinavien. Der üppige Weihnachtsschmuck an den Fassaden mit Schleifen, Girlanden und endlosen Lichterketten ist jedoch eindeutig von den Nachbarn abgeguckt.

nach oben

  Australien

Von weißen Weihnachten können die Australier nur träumen. Denn bei ihnen ist an Weihnachten Hochsommer. Tannenbäume sind selten und teuer, deshalb stellt hier fast jeder einen Plastiktannenbaum auf oft schon am 15. Dezember. Der Hitze wegen verlegen die Familien das Feiern nach Draußen. Man trifft sich auf Wiesen, im Wald oder am Strand, wo man dann bis in die Nacht beieinander sitzt, Weihnachtslieder singt und Lagerfeuer entzündet. Dabei ist der Weihnachtsmann immer mit von der Partie. Die Geschenke gibt es am Morgen des 25. Dezembers. Am nächsten Tag treffen sich Freunde und Verwandte beim großen Truthahn-Picknick.

nach oben